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Fallstudien

Vier Arbeiten, jeweils gleich erzählt: das Problem, Dynamik und Randbedingungen, was gebaut wurde, wie es validiert wurde und was daraus folgt. Weiteres Material teile ich unter NDA.

Ein ähnliches Problem besprechen

CERN · IAV · SkySails · eigene Entwicklungen

Nachweise mit Kontext

Referenzen sollen Passung zeigen, nicht nur beeindrucken

Für technische Entscheider zählt, ob der Hintergrund zum aktuellen Regelungs-, Schätz- oder Optimierungsproblem passt.

Manche Nachweise sind öffentlich — Veröffentlichungen und Zeugnisse sind unten verlinkt. Anderes Material ist unter NDA nützlicher, sobald System, Randbedingungen und Fehlerbild bekannt sind.

Rafał Noga bei einem technischen Design-Review mit Bauteilen und Systemdiagrammen auf dem Tisch
Referenzen zeigen die Relevanz vor einem ernsthaften technischen Gespräch.

Kryotechnik · NMPC · Zustandsschätzung

Echtzeit-NMPC für den Suprafluid-Helium-Kreislauf des LHC

Kontext
CERN, Genf — Researcher und Doktorand (2007–2013); Promotion an der Universität Valladolid (2015).
Problem
Die supraleitenden Magnete des LHC auf ihrer Betriebstemperatur von 1,9 K halten. Über 2,1 K schaltet eine Verriegelung die Magnete ab; über 2,16 K verlässt das Helium den suprafluiden Zustand, und ein Magnet kann quenchen.
Dynamik und Randbedingungen
Stark nichtlineare, verteilte Thermohydraulik mit Totzeit, inversem Verhalten, Stellgrößenbegrenzung und starker Kopplung — und nur wenige Messstellen entlang eines langen Kryokreislaufs.
Bisheriger Ansatz
Konventionelle PI-Regelung, konservativ eingestellt, um Abstand zu den Temperaturgrenzen zu halten.
Lösung
Ein thermohydraulisches First-Principles-Modell, für die Echtzeit vereinfacht; nichtlineare Moving-Horizon-Schätzung der nicht gemessenen Zustände (5 thermodynamische Zustände aus 3 Drucksensoren und Temperatur, mit 1 Hz); ökonomische Output-Feedback-NMPC mit den Temperaturgrenzen als harten Beschränkungen.
Umsetzung und Validierung
Halbautomatische Codegenerierung für die NMPC eines steifen Systems mit verteilten Parametern. Etwa 1 s pro Schätzung und 7–14 s pro Optimierung. Der Regler wurde am CERN getestet.
Ergebnis
Nach derselben Störung stabilisierte die NMPC die Badtemperatur etwa zehnmal schneller als die bisherige PI-Regelung, ohne die 2,1-K-Grenze zu verletzen.
Erkenntnisse
Der Schätzer bestimmt, wie gut der Regler sein kann. Ein vereinfachtes Modell, das in Echtzeit läuft, schlägt ein vollständiges, das es nicht tut. Harte Grenzen gehören ins Optimierungsproblem, nicht in eine vorsichtige Einstellung.

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Windenergie · ökonomische NMPC

Fortgeschrittene Regelung für Windenergieanlagen im Multi-MW-Bereich

Kontext
IAV GmbH — Regelungsingenieur, F&E zu modellbasierter und fortgeschrittener Regelung von Windenergieanlagen im Multi-MW-Bereich.
Problem
Größere Rotoren machen Anlagen flexibler und stärker gekoppelt. Die Regelung muss Energieertrag, Strukturlasten, Stellgliedbeanspruchung und Stabilität über wechselnde Windregime ausbalancieren.
Dynamik und Randbedingungen
Flexibler Turm und Blätter, begrenzte Pitch- und Momentstellglieder, turbulenter Wind, der nur indirekt gemessen wird, und Betriebsbereiche von Teil- bis Volllast.
Bisheriger Ansatz
In der klassischen Anlagenregelung werden Pitch- und Momentregelkreis getrennt eingestellt und über eine übergeordnete Logik zwischen den Betriebsbereichen umgeschaltet.
Lösung
Regelungsorientierte First-Principles-Modellierung und Identifikation; nichtlineare Zustandsschätzung; ökonomische Mehrziel-NMPC; Reglerarchitektur und Anforderungen; Diagnose und Parameteroptimierung; Engineering-Werkzeuge für den wiederholbaren Einsatz fortgeschrittener Regelverfahren.
Umsetzung und Validierung
Modellbasierter Entwurf und Simulation der Regelungsarchitektur sowie Werkzeuge, um fortgeschrittene Regelkonzepte in Richtung Industrieeinsatz zu bringen. Details sind vertraulich.
Ergebnis
Eine modellbasierte Regelungsarchitektur mit Werkzeugen für den Einsatz an Multi-MW-Anlagen; veröffentlichte Arbeit zur ultrakurzfristigen Windgeschwindigkeitsprognose für die Anlagenregelung (IECON 2018).
Erkenntnisse
Bei großen flexiblen Maschinen liegt das Problem oft in der Architektur zwischen den Regelkreisen, nicht in einem einzelnen. Der Wind selbst muss geschätzt werden. Fortgeschrittene Regelung lohnt sich nur, wenn sie wiederholbar einsetzbar ist.

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Airborne Wind Energy · Trajektorienoptimierung

Flugautomatisierung und Trajektorienoptimierung für Airborne Wind Energy

Kontext
SkySails Power GmbH, Hamburg — Regelungsingenieur (bis März 2024).
Problem
Einen Prototyp eines gefesselten Kites mit variablem Trimm in Originalgröße zuverlässig fliegen lassen und die Flugbahnen finden, die innerhalb der Systemgrenzen die meiste Leistung erzeugen.
Dynamik und Randbedingungen
Nichtlinearer Flug eines flexiblen, gefesselten Flügels; starke Windstörungen; begrenzte Sensorik an Bord; aerodynamische, mechanische, elektrische, geometrische und betriebliche Beschränkungen.
Bisheriger Ansatz
Übernommene Prototyp-Regelungen, die am realen System eingestellt und verbessert werden mussten.
Lösung
Prototyp-Einstellung und Flugdatenanalyse; Identifikation und modellbasierte Verbesserung der Rückführung; Sollwertanpassung; UKF-basierte Zustandsschätzung; nichtlineare Optimierung von 3-D-Flugbahnen unter Beschränkungen für Kites mit variablem Trimm.
Umsetzung und Validierung
Arbeit am Prototyp in Originalgröße mit Flugdaten; Optimierungs-Workflows für Sollwerte, Leistungsstudien, Sensitivitätsanalysen und Komponentenauslegung; Online-Trajektorienoptimierung für autonome Stromerzeugungsflüge.
Ergebnis
Kontinuierliche Online-Neuplanung für ein hochdynamisches Flugsystem und ein als Paper veröffentlichtes Verfahren zur Trajektorienoptimierung (arXiv 2024).
Erkenntnisse
Bei einem neuen System zuerst den Prototyp nutzbar machen. Ein Trajektorienoptimierer ist nur so gut wie sein Modell und die Beschränkungen, die er einhält. Flugdaten schließen die Lücke zwischen Modell und Wirklichkeit.
Nachweise

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Soft-Sensoren · Sensorfusion

Schätzen, was sich nicht direkt messen lässt: ein Sensorfusions-Variometer

Kontext
Eigene Entwicklung (SSDV12) — und dasselbe Schätzmuster wie in den Fällen oben.
Problem
Gleitschirmpiloten brauchen eine schnelle und genaue Steigrate. Barometrische Variometer tauschen Rauschen gegen Verzögerung, und GPS allein ist zu langsam.
Dynamik und Randbedingungen
Druck-, Inertial- und GPS-Messungen mit unterschiedlichem Rauschen, Verzug und Offset; ein Pilot-Schirm-System, das sich in allen Achsen bewegt.
Bisheriger Ansatz
Barometrische Variometer, deren Filterung Rauschen gegen Verzögerung tauscht.
Lösung
First-Principles-Modellierung und ein Sensorfusions-Schätzer, der Druck-, Inertial- und GPS-Messungen kombiniert.
Umsetzung und Validierung
Schätzer entwickelt und in Versuchsflügen getestet; ein Hardware-Prototyp ist geplant.
Ergebnis
Ein funktionierender Schätzansatz — und dasselbe Muster (Modell + vorhandene Sensoren + nichtlineare Schätzung) wie am CERN, bei IAV und bei SkySails.
Erkenntnisse
Ein Soft-Sensor ist ein Modell plus ein Schätzer. Rauschen, Verzögerung und Offset jedes Sensors müssen explizit modelliert werden.

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Wie Nachweise geteilt werden

Öffentlich, wo möglich

Veröffentlichungen, Konferenzbeiträge und Zeugnisse belegen die technische Tiefe, ohne vertrauliches Material offenzulegen.

NDA, wo nötig

Bei vielen Industrieprojekten ist der nützlichste Nachweis erst nach einem ersten Fit-Gespräch und gegenseitiger Vertraulichkeit teilbar.

Entscheidungsorientiert

Es geht nicht um Masse, sondern darum zu zeigen, ob der Hintergrund zum konkreten Problem passt.

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